Portrait

Von der nomadischen Weltenbummlerin, zur (fast?) sesshaften Ritual-Übermittlerin.

Aleks Nikolic verzaubert mit Kakao Zeremonien & Yin Yoga

Aleks und mich verbindet viel mehr, als die Tatsache, dass wir beide Sternzeichen Zwilling sind - und offenbar auch diverse typische Merkmale, die damit verbunden werden, teilen. Ich habe Aleks über Instagram kennengelernt, weil wir uns irgendwie in ähnlichen Sphären bewegen & durfte alsbald ihr Schaffen live an einer ihrer Kakao Zeremonien mit Yin Yoga erleben. 

Die erste Zeremonie hatte einen bleibenden Eindruck hinterlassen und es sind, bis zu Lockdown-Start, noch einige gemeinsame Ausflüge in magische Sphären daraus geworden. Und, so ganz nebenbei wurden wir auch Freundinnen. Ich schätze Aleks unglaublich fest. Ihre Art, wie sie durchs Leben geht und wie sie ihre Erkenntnisse, Entdeckungen und vor allem auch die Magie des Kakaos und des Yin Yoga offenherzig mit allen teilt, die dafür empfänglich sind. 

Umso glücklicher bin ich darüber, euch Aleks hiermit vorstellen zu dürfen & euch einen Einblick in ihr spannendes und inspirierend unangepasstes Leben zu gewähren. Und, das auch gleich schon einmal vorweg: sie verkauft die absolut deliziösesten Kakao-Blends! 

 

Liebe Aleks, du hast einen ziemlichen Weg hinter dir, bis du wieder hier zurück in die Schweiz gekommen bist und ich dich kennengelernt habe. Wer bist du und wohin hat dich das Leben in den letzten Jahren gebracht? 

Huiii wer bin ich?! 

Auf die Frage könnte es verschiedene Antwortmöglichkeiten geben… Je nachdem aus welcher Sicht und mit welchen Labels man sich die Welt und das Leben gerne erklärt. 

So ganz praktisch und klassisch: Eine Zürcherin mit serbischen Wurzeln doch auch Weltenbummlerin, die manchmal vergisst wie alt sie jetzt ist, den Herzensweg geht, geduldiger geworden ist seit den vielen Indien-Reisen, der es schnell langweilig wird und deshalb in 2015 nicht nur ihren Job als Community Managerin für yelp.ch gekündigt hat, sondern sich in der Schweiz abgemeldet hat, um die Welt ziemlich planlos mit einem One-Way-Ticket zu erkunden. 

Das Ziel: Meinem Herzen folgen. Das Herz wollte nach Bali, Philippinnen, Indien, Malaysia, Australien, Thailand, Costa Rica, Nicaragua, El Salvador, Guatemala, Mexiko, Tschechien, Neuseeland,… 4,5 Jahre lang bin ich ohne Homebase herumgereist und habe langsam aber sicher meine Selbständigkeit mit vielen grossen und kleinen Experimenten kreiert.

Ende Dezember letzten Jahres spürte ich plötzlich, dass ich gerne einen Ort zum Erschaffen hätte. Ich habe in Indien Kakao Zeremonien und Yin Yoga Workshops durchgeführt und sehnte mich danach, nicht dauernd grundlegende Fragen und Probleme zu lösen, sondern tiefer zu gehen, höher zu wachsen.

Ein wunderschönes, helles Atelier in Zürich eventuell?! Gesagt, gefunden, getan - ich habe dann Ende Dezember 2019 einen Newsletter der Raumbörse Dynamo erhalten, wo sie wunderschöne Ateliers im Zürcher Niederdorf ausgeschrieben hatten. Ich verliebte mich sofort und spürte, das ist es. Und doch…dachte ich so: Wirklich?

Nachdem ich jahrelang keinen Winter hatte, Mitten im Januar einfach so spontan zurückzukehren ohne, dass ich weiss, ob ich das Atelier definitiv erhalte oder nicht? Es ist spannend, was passiert, wenn man Ideen und Konzepte loslässt. Auch solche, die Freiheit symbolisieren. Weil wie man Freiheit definiert kann sich immer wieder verändern.

Was meine Arbeit anbelangte, fühlte ich mich beim Reisen nicht mehr frei genug, das zu bieten, was ich wirklich wollte. Der Lebensstil als Nomadin kann zwar sehr befreiend sein mit den wenigen Ausgaben, materiellen Sachen und Verantwortungen und doch… ich sehnte mich nach tieferer Erfüllung im “beruflichen” Sinne (für mich ist es einfach das Leben als Ganzes). 

Das ist so ein bisschen die Kurzfassung von 5 Jahren ohne Wohnsitz. Seit September 2020 habe ich meine eigene Wohnung in Zürich nähe des Uetlibergs, ein Atelier im Niederdorf und baue mein Projekt (und jetzt sogar eher als Start-up von mir angesehen) NAKED CHOCOLATE aus mit verschiedenen bio, fairtrade, zeremoniellen Kakao-Mischungen, um Rituale wieder mehr in den Alltag zurückzubringen und weniger zu tun aber mit klarerer Intention.

 

Welches Erlebnis auf deinen Reisen hat dich am meisten geprägt? 

Es gibt sehr viele Moment, die unglaublich prägend waren im Sinne von "dem Leben und meinem Herzen zu vertrauen und Wege zu wählen, die nicht immer sicher und klar sind". 

Viele dieser Momente waren, wenn ich auf mich selbst gestellt war und mich aus meiner Komfortzone herauskapituliert habe. Zum Beispiel im Juli 2017 hatte ich mit meinen damaligen Freund, den ich 1,5 Jahre zuvor beim Reisen kennengelernt habe, Schluss gemacht. Es war sehr schwierig, da es all meine Ängste hochgespült hat: alleine sein, alleine etwas erschaffen, alleine Herausforderungen lösen, alleine Entscheidungen treffen und einige mehr.

Ich bin dann alleine nach Indien gegangen in Ammas Ashram (Hinduistisches Kloster) Amritapuri in Südindien und habe dann 3 Monate in einem Fischerdorf in Kerala gelebt. Es war sehr intensiv, sehr heiss und feucht, mit vielen Menschen, wenig physischem Platz für sich alleine (habe mir ein klitschekleines Zimmer mit Bad, Schlafbereich und Küche mit 1-3 weiteren Frauen geteilt (zum Vergleich, das Zimmer war kleiner als mein 25 Quadratmeter Wohnzimmer in Zürich).

Schon nur auf dem Flug dahin habe ich bitterlich geweint. Es hat mir sehr Angst gemacht und meine Reise war halt sehr low-budget, das heisst ich bin dann ziemlich simpel auch vom Flughafen ins Ashram (ging irgendwie 10h mit Bus, Zug und Rikshah) und man kann halt eine Indien-Reise nicht wirklich planen und es gibt nicht irgendwie einen Busplan oder so. Ausserhalb der grossen Städten ist GoogleMaps null hilfreich oh und ich hatte eh keine Sim-Karte, weil je nachdem gehts 2 Wochen, bis diese aktiviert ist. Das heisst alle Informationen, die ich hatte, waren aus irgendwelchen 4 Jahr-Alten-Forumseinträgen. 

Ähnliches passierte, als ich mir in den Phillipinnischen Bergen ein traditionelles handgestochenes Tattoo von einer 100-Jahre-Alten-Frau stechen (das war zwar eher hämmern:D) lassen wollte und dann mit Läusen in Bali endete. 

Das Reisen lehrt dich Veränderungen zu akzeptieren und auch, Kontrolle abzugeben. Vor allem, wenn man nicht so bequem reist mit Handy und Co. Irgendwie haben wir dem Reisen das Spannende etwas entzogen mit all dem Komfort. In Indien finde ich, kann man immer noch “richtig” reisen. Es gab so viele Geschichten und Begegnungen - auch in den Zügen. Irgendwann schreibe ich ein Buch darüber.

Der Komfort in der Schweiz ist unglaublich - so Vieles ist hier grundsätzlich sehr einfach und viele Bausteine liegen einem gar nicht im Weg bzw. es gibt schon zigweise vorgefasste Lösungsvorschläge, falls doch. 

Ich spüre, dass ich am richtigen Ort bin, denke aber auch manchmal, dass ich stets was gesucht habe damals beim Reisen und doch in manchen Momenten das Nichtwissen etwas mehr geniessen hätte können. Alles, was man weiss im Sinne von Intention und Vision vom Leben, führt automatisch zu einer Verantwortung. Was Sonnen- und Schattenseiten hat.

Die Selbständigkeit während einer Krise lehrt mich wirklich noch kreativer und flexibler zu werden und ich bin dankbar, dass es mir, meiner Familie und vielen meiner Freunde sehr gut geht. Ich habe auch einige Freunde, die irgendwo feststecken und nicht so einen Luxus haben wie wir hier - der Schweizerpass ist und bleibt sehr wertvoll und ich finde wir dürfen es mehr schätzen. Es geht uns echt gut. Daher finde ich, haben wir die Verantwortung mehr Gutes zu kreieren anstatt uns nur Sorgen zu machen oder zu motzen, weil etwas nicht so ist, wie wir es wollen. 

Es braucht halt auch Disziplin, Klarheit und Akzeptanz, dass man gewisse Dinge halt (kurzfristig) eventuell aufgeben muss. 

 

Wie würdest du dich selbst beschreiben?

Wenn ich etwas will, dann mache ich es richtig. Falls ich es nicht will, mache ich es nicht oder nur sehr oberflächlich, falls ich doch muss. Eine meiner Lehrerinnen meinte früher ich mache meine Hausaufgaben sehr minimalistisch. Doch für meine Zeremonien und Naked Chocolate habe ich schon so oft Dinge gemacht, die mich fordern und fördern…

Es ist nicht immer leicht, die Dinge zu tun, die richtig sind. Richtig im Sinne von man kennt seine Intention und spürt diese tief von Innen. All die Solls und Müssen…ach oftmals sind das nur eigenen auferlegte Konstrukte und Ideen. Es ist einfach mit dem Finger nur auf die Gesellschaft zu zeigen, aber wir sind ja selbst auch Teil davon. Ich habe eine Hassliebe zu Selbstverantwortung. Es ist extrem befreiend und auch extrem konfrontierend. 

 

Was sind deine Grundüberzeugungen im Leben? Wie gehst du durch die Welt und wirst ob dem ganzen Chaos nicht verrückt? 

Oh, es macht mich verrückt. Ich habe aber zum Glück ganz viele Tools im Werkzeugkasten, die mir helfen mich wieder mit dem “nicht verrückten Teil” in mir zu verbinden. Zeremonieller Kakao und im allgemeinen meine Arbeit und Kreationen helfen mir sehr. Es ist unglaublich welche Wirkung die Kakaozeremonien, die ich für andere veranstalte, auf mich haben.

Es ist als würde ich mich in einen Raum der Klärung begeben und alles was zählt ist der Moment. Ich denke das hilft, mehr Dinge zu tun, die einem helfen im Moment zu sein. Tönt ja schon etwas kitschig und fast zu einfach. Aber z.B. wenn man seine Arbeit langweilig findet, verliert man sich ja sehr einfach in irgendwelche Gedanken und erschafft eventuell künstlich-erzeugte Dramen um ein Gefühl des Rausches, ein Hoch zu haben, sich lebendig zu fühlen…

Ich denke es ist wichtig wieder mehr Rituale in den Alltag miteinzubauen. Und das ist nicht schwierig! Wir haben ja schon unsere Gewohnheiten und machen tagtäglich Vieles. Es geht also nicht darum etwas Neues zu erfinden und dann überfordert damit zu sein, sich danach schlecht zu fühlen, weil mans eben nicht durchziehen kann, egal wie fest man denkt, man solle.

Welche täglichen Aktivitäten können wir bewusster erledigen? Denke an die Tasse Kaffee oder Tee morgens, den Arbeitsweg, deine Arbeit, kochen, putzen, spazieren gehen, einkaufen, Zähne putzen,… alles kann eine Einladung sein, hier zu sein und das Leben mehr zu geniessen.

Entschleunigen indem man weniger macht, was man nicht mag. Es gibt einige Dinge, bei denen wir unsere Sichtweise ändern dürfen, weil wir sie z.B. eh machen oder uns damit befassen müssen, falls wir in diesem Gesellschaftskonzept leben wollen (z.B. budgetieren, aufräumen, Steuern zahlen, Abfall trennen). Es gibt aber auch einiges, das wir nicht unbedingt tun müssen.

Viele wählen aber denn scheinbar sichereren Weg, der sie dann innerlich sterben lässt. Damit meine ich auch nicht, dass jeder selbständig sein soll und die Welt bereisen muss. Es ist mehr: Wie fühlst du dich lebendiger im Leben? 

Als ich damals schlussgemacht hatte, habe ich mir selbst versprochen immer meinem Herzen und dem Fluss des Lebens zu folgen. Egal ob sich dies (kurzfristig) unbequem anfühlt oder nicht. Der Herzensweg ist halt nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen. Du musst dich mit allem befassen, alles spüren, alles fühlen, erforschen, analaysieren, loslassen, kreieren…. Dir immer wieder erlauben, dich vom Leben überraschen zu lassen und der inneren Intuition folgen. Dich daran erinnern, dass die Kraft in und bei dir liegt. <3 


Du hast sehr viele Rituale in deinem Leben, was ist dein Liebstes? 

Spazieren. Mit einer Tasse Kakao, Kaffee oder Tee. Egal wo. 

Velofahren. Stehenbleiben um an Blumen zu riechen. Oh..und..wenn man einen Schmetterling sieht, ist das ein Geschenk des Universums. 



Du unterrichtest Yin Yoga - magst du ein wenig mehr über diese spezielle Yoga Praxis erzählen? 

Yin Yoga ist eine simple Art zu meditieren, das Nervensystem zu beruhigen, mentale und physische Verspannungen zu lösen, unseren Emotionen Platz zu geben und das Herz zu öffnen.

Im Yin Yoga lernen wir den Prozess, in dem wir uns gerade befinden, so zu wertschätzen, wie er gerade ist ohne etwas mit Druck verändern, loslassen oder hinzufügen zu müssen. Wir bringen den Körper in einfache Positionen und halten diese für 3-6 Minuten. Man benötigt keine Yoga-Erfahrung, muss weder sportlich noch dehnbar sein. Es kann sehr entspannend sein, muss aber wirklich nicht, weil Einiges hochgespült und gelöst werden kann.

Meine Intention mit den Yin Reisen und Kakao Zeremonien ist, einen sicheren, willkommenden und herzlichen Platz zu schaffen - damit sich jeder wohl fühlt und auf eigenen Entdeckungsreise ins Innere gehen kann.

 

Du stellst deine eigenen Kakao Mischungen her und veranstaltest auch Kakao Zeremonien. Was ist so speziell an Kakao?

Huch.. wo sollte ich anfangen?! 

Es gibt vieles, was in der Schokoladen-Industrie nicht nur nicht stimmt, sondern schrecklich ist. Neben der Ausbeutung der Menschen (es herrscht immer noch Sklaverei auf solchen Plantagen, auch bei kommerziellen “faitrade” Schoggis übrigens), wird auch die Natur & Umwelt sehr stark missachtet. 

Zeremonieller Kakao ist nicht nur bio, roher Kakao. Neben den wunderbaren neuen Bean to Bar Schokoladentafeln, ist zeremonieller Kakao sozusagen Bean to Cup. Sollte immer biologisch sein, mit Intention vom Baum bis zur Bohne und Endprodukt kreiert werden und ist von kleinen Familienfarmen oder Gemeinschaften, die nachhaltig gepflegt, geerntet und angebaut werden - im Einklang mit der Natur und auch den Menschen. Das ergibt logischerweise weniger Kakao als auf kommerziellen Plantagen, wird dafür aber teurer verkauft und natürlich ist die Qualität unvergleichbar.

Zeremonieller Kakao wurde bei den Azteken und Mayas als Medizin des Herzens und das Essen der Götter angesehen - das heisst, es ist nicht einfach ein Produkt, dass sich fancy anhört auf spirituellen Gatherings inklusive den Crystal Grids - nein, es ist eine Pflanzenmedizin (zu Englisch plant medicine), der man mit Respekt begegnen sollte.

Alles, was man tut, macht, einnimmt usw., löst irgendetwas in uns aus. Und zwar auf verschiedenen Ebenen: körperlich, energetisch, emotional und mental. Wenn man einer Medizin nicht mit Respekt begegnet oder nicht weiss, wieso man es überhaupt nutzt, kann dies Folgen haben.

Kakao ist eine sehr kraftvolle Pflanzenmedizin, wirkt aber nicht psychedelisch sondern psychoaktiv. Das heisst, man geht nicht auf einen Trip, sondern eher umgekehrt: man kehrt wieder mehr in den Körper zurück. Man nimmt das Leben intensiver war. Man spürt sich wieder. Man ist aktiv am Leben beteiligt und lebt mit allen Hochs und Tiefs. 

Naked Chocolate by Aleks Nikolic habe ich zusammen mit einem sehr guten Freund im Mai 2019 in Pune, Indien kreiert. Es war unglaublich heiss (ca. 40 Grad durchschnittlich für 2 Monate) und ich erzählte ihm, dass ich immer öfters gefragt werde, wo man "meinen" Kakao auch in der Schweiz kaufen kann.

Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, was als erstes kam danach, jedenfalls tüftelte ich dann an den heutigen Classic Blends "Calming Sweet & Energizing Spicy" und Mehdi machte die Designs dazu. Was ich noch weiss, ist dass ich gegen den Namen war - Naked Chocolate - dann mir aber etwas Zeit genommen habe und es dann doch passend fand.

Es gefällt mir, dass es sich nicht wirklich "spirituell" oder "esoterisch" anhört. Oftmals finde ich kann dies eine Barriere sein, weil man dann das Gefühl hat, man muss eine bestimmte Person sein oder zu einer bestimmten Gruppe gehören, damit man so etwas ausprobiert. Dabei ist das völliger Unsinn und meine Devise ist immer, dass jeder willkommen ist, solange wir uns selbst und die anderen im Raum auf allen Ebenen respektieren.

Die Idee mit den Mischungen ist, dass jede eine spezifische Intention hat und man diese ganz einfach im Alltag zubereiten kann und sich so einen Moment für sich nehmen kann. Egal ob als zeremoniellen Kakao vor der Yoga Praxis oder dem Joggen (Kakao gibt Energie und sättigt!) oder aber auch als heisse Schoggi oder einen Löffel im Kafi bevor die Kids aufwachen.

Im Porridge ist es auch sehr fein oder zum Backen. Man kann sich natürlich hier darüber streiten - ist das jetzt noch respektvoll oder nicht, aber ich finde, der Kakao ist schon sehr pur, wenn man es bestellt, ist man sich dessen schon bewusst. Es ist kein gewöhnliches Kakaopulver, es schmeckt ganz anders. Pur halt. Ob man sich jetzt aber eher mit sich verbindet beim Porridge essen oder im Kreis sitzend mit der Kakaotasse beim Herzen, spielt weniger die Rolle. Mehr, dass man sich die Zeit nimmt - egal ob kurz oder lang - und es geniesst und sich genährt fühlt. 

Wir haben jetzt schon 6 Kakaomischungen kreiert und gerade vor kurzem den Winter Blend "Starry Night" herausgebracht. Dann gibts noch als Special Edition den Tranquilizing Forest, Golden Goddess und den Heart Remedy Blend. 

 

Wie muss ich mir eine solche Zeremonie vorstellen? 

Das ist immer eine lustige Frage. Beziehungsweise die Reaktion, wenn ich sage, dass ich Kakao Zeremonien kreiere. Es hat jedenfalls nichts sektenhaftes an sich - haha das wird manchmal angenommen, wenn meine Freunde von meinem "Job" erzählen. :)) Hier kann ich wirklich nur von meinen eigenen Zeremonien berichten, da jede anders sein kann. Die grundlegende Idee einer Zeremonie ist das Zusammenkommen und sich mit sich und seinem Herzen zu verbinden.

Es ist ziemlich "down to earth" - also bodenständig zu deutsch. Und auch lustig, ernst, tiefgehend und doch leicht... Mir ist wichtig, dass sich alle willkommen fühlen und sich selbst sein können. 

Zuerst kommen alle an. Pre-Corona gabs Umarmungen. Jetzt gibts herzlichen Augenkontakt. Dann sucht sich jeder seinen Platz aus für die Zeremonie. Es gibt einen Altar im Zentrum, wo man die liebsten Gegenstände aufladen kann bzw. Blumen und Geschenke aus der Natur einfach so zur Freude. Es sieht immer prachtvoll aus und ich finde, sich Zeit zu nehmen, um etwas SCHÖN zu machen - einfach so aus Freude - hat eine sehr magische Wirkung. 

Jetzt während der Pandemie werden gewisse Sachen angepasst, aber ich finde die Energie, die wir kreieren bleibt gleich, weil die Intention sich ja nicht verändert hat. Nur die Umstände im Aussen. 

Jede meiner Zeremonien fängt mit einer Meditation zum Ankommen an - bevor ich überhaupt irgendetwas sage. Es wirkt Wunder, sich einen Moment Zeit zu nehmen tief durchzuatmen und sich bewusst zu werden, wie man sich gerade körperlich, mental, emotional und energetisch fühlt. 

Dann sitzen wir im Kreis und dann gibts ein Kakao Blessing - d.h. so eine Art Segnung - dies ist nichts kirchliches oder religiöses, simpel ausgedrückt, laden wir die Medizinpflanze Kakao ein, um uns zu unterstützen bei unserer inneren Reise und dann sagen wir danke - der Erde, dem Wasser, allen, die den Kakao geerntet und für uns verarbeitet haben, ...

Es geht darum sich hier bewusst zu werden, wie viel es benötigt, dass etwas zu uns gelangt und es uns definitiv einfacher gemacht wird mit Lebensmitteln und Co. Alles mehr wertschätzen, geniessen, bewusst nutzen. 

Dann wird der Kakao ausgeschenkt und pre-pandemie wurde jede Tasse im Kreis gereicht (nein, wir trinken nicht alle aus der gleichen Tasse :D wurde auch schon gefragt, bei mir ist das jedenfalls nicht so) bis es die "richtige" Person erreicht hat. Jetzt kommt jeder nach vorne zu mir und wir sitzen nicht im Kreis, das wird alles sonst zu kompliziert mit Maske an- und ausziehen, Abstand halten usw. Blickkontakt gibts aber trotzdem.

Dann hält man seine Tasse vor der Brust bzw. dem Herzen und setzt die Intention oder stellt eine Frage, die man erforschen möchte. Wenn man bereit ist, trinkt man in seinem Tempo. Wer mehr will, darf mehr haben. Hier gibts entweder Musik oder auch nur Stille, je nachdem was ich spüre. Gesprochen wird eigentlich nicht, es geht darum selbst mit sich zu sein und den Kakao warzunehmen. 

Wenn wir mit der Kakao Zeremonie fertig sind, gehts langsam zur Yin Yoga Reise oder auch einer Tanzreise, je nach Zeremonie. Alle Zeremonien haben eine spezifische Intention und Wirkung - körperlich, emotional, mental und energetisch, da alles miteinander verbunden ist. 

Wichtig ist, dass wenn man eine Zeremonie anfägt, diese auch korrekt zu schliessen, so dass gewisse Prozesse zwar weitergehen dürfen, wir aber auch normal funktionieren können. Dies machen wir meistens mit einer Meditation, manchmal wird "ge-omt" und wir schicken die Energie raus in die Welt.

Danach gibts Tee und man kann noch sein, meditieren, schreiben, sich mit den anderen und mir austauschen... 

Ich liebe die Zeremonien - die fühlen sich an als würde ich mehrmals im Jahr Geburi feiern. Die meisten Zeremonien finden auf englisch statt, ich werde aber auch auf Anfrage gerne mehr auf deutsch anbieten. Private Zeremonien mit Freunden oder Paar-Zeremonien kann man auch immer buchen. Diese kann man mit Yin Yoga oder Yoga Nidra (Meditationsreise im Liegen) kombinieren und ist eine schöne Möglichkeit sich mit sich aber auch dem Partner zu verbinden und "quality time" zu verbringen.

Im Moment sind die nächsten Zeremonien Ende Januar 2021 geplant und ich nehme auch einige klassische Zeremonien auf, die man dann mit den Naked Chocolate Blends Zuhause machen kann. Am besten trägt man sich in meinen Newsletter ein, denn sobald ich weiss, was die neuen Richtlinien sind, kann ich anfangen zu planen. 

 

Was ist deine Vision für deine weiteren Schritte? 

Oh… es gibt so viele. Eine Kakao-Gallerie und Ceremonial Space eröffnen mit Cacao Masterclasses, Zeremonien, Yin Reisen und Workshops (sh sh sh gerne Email an hello@aleksnikolic.com mit Räumlichkeiten im Niederdorf schicken), eine Zeremonie mit 100 Menschen veranstalten, mehr Zeremonien im Wald um ein Feuer kreieren, an weiteren zeremoniellen Kakao-Mischungen tüfteln - es ist echt ein spannender Prozess.

Die Schweiz mit zeremoniellem Kakao einflössen. Einen Welleneffekt damit auslösen, damit es mehr Menschen zurück zu ihrem Herzen führt. Bücher schreiben. Mehr Video-Content kreieren für meinen Youtube Channel "Art of Yin". Regelmässig schreiben und eine Online-Kakao-Bibliothek erstellen. Einen Naked Chocolate Podcast starten. Richtig gute Online-Kurse kreieren. Mehrwert bieten. Und Heart Connection.

Es ist schon irgendwie magisch, wenn sich so viele quasi Fremde zusammentreffen und nicht rational kennen und doch so eine unglaubliche Energie für sich und auch andere entsteht - man so etwas zusammen co-kreiert. Oh.. und dann würde ich unglaublich gerne Zeremonien in Galerien, Museen und Kunsthäusern halten - einfach nur so um die Schönheit zu geniessen und bewundern.

Schönheit geht eigentlich viel tiefer, als dass wir in der schnelllebigen Welt annehmen. Für einen Moment hält man inne - sieht nur noch etwas, ist vollkommen da, fasziniert, berührt, inspiriert, ... Und dass sind jetzt nur meine Ideen, wer weiss, was sonst da noch wartet und ich bin froh, dass ich es nicht weiss, sondern schrittweise erkundigen und mich dafür öffnen kann. 

Was ist dein Geheimrezept für ein erfülltes und bewusstes Leben? 

Puhh.. Neugierig bleiben?

Ab und zu lachen?

Viel Wasser trinken?

3x tief ein und ausatmen?

Auch mal weinen?

Barfuss im Dreck laufen?

Mit den Händen essen?

 

Was möchtest du meinen Lesern mit auf den Weg geben? 

LEBEEEEEE. Perfekte Momente kann man nicht planen. Die passieren magischerweise während dem man einfach lebt. 

Die richtige Entscheidung zu treffen, die aus deinem Herzen kommt und nicht auf manipulativen, angst-basierte Taktiken oder Gedanken basiert. Das ist oftmals nicht einfach am Anfang. Man muss ironischerweise strenger mit sich selbst sein oder besser gesagt mit den Teilen in uns, die lieber das Wählen aus Angst, dass es etwas nicht genug hat.

Mehr in Fülle denken. Finde deine Tools, die dir helfen, dich mit dir zu verbinden. Vielleicht ist es wandern, vielleicht Velo fahren, vielleicht Kakao und Yoga, eventuell tanzen, mit Kindern basteln… Es spielt keine Rolle was es ist, sondern wie es sich anfühlt und wieso du es machst. 


Was ist die Intention?

Was ist die Intention w i r k l i ch?

 

Wie können Menschen dich finden? Wo können sie deinen Kakao bestellen, etc.? 

Mich findet man online auf www.aleksnikolic.com und verschiedenen Plattformen wie:

Die zeremoniellen Kakaomischungen kann man direkt im Online Shop bestellen und die Zeremonien ebenfalls dort buchen. Bei Fragen und Input gerne eine Email an hello@aleksnikolic.com

 

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Dieser Beitrag ist aus Eigeninitiative entstanden, weil ich die Arbeit von Aleks unglaublich toll, wichtig und inspirierend finde und weil ich denke, dass alle ein wenig Kakao in ihrem Leben haben sollten & das Bewusstsein, das damit einhergeht. Danke für die spannenden Antworten liebe Aleks. Fotos sind von Katharina Weins, Rui Reis Maia und Faye Strässle. Interviewfragen & Nachbearbeitung von Anina Mutter. 



Definition

Ekkoist

ekkoist will mit Klischees aufräumen. Und dogmatisch-ideologische Hürden niederreissen. ekkoist offeriert Alternativen: farbig, bewusst, gesund, nachhaltig, aktiv, einfühlsam, neugierig, eigensinnig.. Alle ekkoist-Perlen versuchen auf irgendeine Art etwas ein wenig besser und anders zu machen. Und bereichern dein Leben positiv. Dies ist die Sammlung von mir für dich.

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